Beim Sport

Agility mit dem Kerry Blue Terrier:
Die Wippe, eines der drei Kontaktzonengeräte   Die A-Wand gehöhrt auch zu den Kontaktzonengeräten
Die Wippe, eines der drei Kontaktzonengeräte   Die A-Wand gehöhrt auch zu den Kontaktzonengeräten

Agility ist eine Team-Sportart. Das Team Mensch-Hund hat einen Parcours, ähnlich wie beim Springreiten, möglichst schnell und fehlerfrei zu bewältigen. Der Hund muss dabei diverse Geräte wie Sprünge, Tunnel, Wippe oder Slalom etc. in einer vom Richter vorgegebenen Reihenfolge möglichst fehlerfrei absolvieren. Dem Menschen (Hundeführer/in) fällt dabei die wichtige und nicht immer leichte Aufgabe zu, dem Hund den richtigen Weg zu weisen. Aber genau das macht den Reiz dieses Hobbys aus.

Der Steg Kontaktzonengerät Nr. 3   Olea macht Tempo im Slalom
Der Steg Kontaktzonengerät Nr. 3   Olea macht Tempo im Slalom!

Die Höhe der zu überwindenden Hindernisse richtet sich nach der Größe der Hunde, es gibt Small, Medium und Large. Die Schwierigkeit der Parcours steigt von A1, A2 bis A3 stetig an, um in die nächste Leistungsklasse aufzusteigen, muss man sich durch fehlerfreie Läufe qualifizieren. Vor dem ersten Start muss eine Begleithundeprüfung abgelegt werden.

Dass alles in kleinen Schritten aufgebaut wird und die Geräte nicht sofort auf voller Höhe erlernt werden, ist wohl selbstverständlich. Stück für Stück lernt der Mensch, wie er seinem Hund das richtige Gerät anzeigt, ihn schnell durch den Tunnel und fehlerfrei durch den Slalom führt. Der Hund wiederum lernt die Körpersprache und die Kommandos seines Partners zu lesen und umzusetzen.

Der Sprung durch den Rreifen muss sitzen   Camillo springt den Doppelsprung fehlerfrei
Der Sprung durch den Rreifen muss sitzen!   Camillo springt den Doppelsprung fehlerfrei

Tipp:
Zum Erlernen von Sprüngen und Tunneln ist ein Motivationsspielzeug wie der Ball sehr gut geeignet. Bei Geräten, die am Anfang mit weniger Tempo und mehr Konzentration trainiert werden, wie Slalom und die Kontaktzonengeräte Wippe, Steg und A-Wand, ist Fleischwurst oder Käse in kleinen Stücken besser geeignet.

Der Kerry Blue Terrier ist wie geschaffen für diesen Sport, er ist leicht, wendig und besitzt ein großes Sprungvermögen. Mit seinem kurzen Rücken kann er sich gewandt durch den Slalom fädeln, behände nimmt er die Sprünge ohne die Stangen zu werfen und wenn er den Sprung durch den Reifen einmal richtig erlernt hat, dann springt er aus jeder Lage zuverlässig und sicher. Es ist schön zu sehen, wie viel Spaß er dabei hat! Für den Hundeführer ist es eine Herausforderung seinen Übereifer, der gerade anfänglich schwer zu lenken ist, nicht unnötig zu bremsen.

Der Tunnel liegtunter dem Steg, der Richter hat viele Möglichkeiten die Geräte zu stellen   Der Sacktunnel ist eine Tunnelvariante mit verdecktem Ausgang
Der Tunnel liegtunter dem Steg, der Richter hat viele Möglichkeiten die Geräte zu stellen   Der Sacktunnel ist eine Tunnelvariante mit verdecktem Ausgang

Ich habe mit meinem Kerry Blue Terrier Camillo (Stonebiter‘s Playboy Purston) gute Erfahrungen beim Slalomaufbau und beim Erlernen der Kontaktzonen-Geräten mit dem Clicker gemacht und bilde nun auch unseren Agility-Nachwuchs im Verein auf diese Weise aus.

Diese Zeit des Miteinander-Lernens und -Tobens schweißt Mensch und Hund eng zusammen. Endlich kann unser vierbeiniger Freund wieder im Rudel jagen! Denn nichts anderes ist Agility: das Team jagt durch den Parcours und am Ende wartet die Beute in Form eines Balles oder Leckerchen auf den Hund.

Na, habe ich Sie neugierig gemacht?
Probieren Sie es aus, geben Sie Ihrem Kerry eine neue Herausforderung!

Weitere Informationen über Agility und andere interessante Hundesportarten wie Obedience und THS erhalten Sie bei Ihrer KFT OG und unter www.vdh.de (Verband für das Deutsche Hundewesen).


Mantrailing mit dem Kerry Blue Terrier
In letzter Zeit hörte ich immer wieder interessante Berichte über Mantrailing. Dies hat mich so neugierig gemacht, dass ich einen Mantrailing Schnupperkurs bei der Terrier Ortsgruppe Mannheim-Ludwigshafen belegte. Vorab habe ich mich darüber in Büchern informiert und war gespannt, ob Camillo Spaß an dieser Nasenarbeit haben würde.

Mantrailing:
Die Suche nach einer Person anhand seiner Geruchsspur. Jeder Mensch verliert ständig kleine Hautschüppchen mit seinem Individualgeruch. Diese segeln hinter ihm her, senken sich ab, werden verweht und sammeln sich in Mulden und an Hauswänden oder ähnlichem an. So entsteht eine Duftspur, die der Hund verfolgen kann. Durch äußere Umstände wie Nässe, Temperaturveränderungen und Bodenorganismen werden diese Partikel mit der Zeit verändert. Die Grundzüge des Geruchs bleiben bestehen und werden deshalb vom Hund trotzdem erkannt. Dieses Thema ist sehr komplex und die Ausbildung eines Mantrailers von Polizei und Rettungshundestaffeln für den Einsatz sehr umfangreich und zeitintensiv. Diese Hunde können noch nach Wochen Spuren verfolgen oder Personen, welche mit einem Auto weitergefahren sind, auffinden.

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Kerry Blue Terrier beim Mantrailingseminar   Tipps vor dem Trail

Jetzt war es für Camillo und mich soweit, wir trafen uns in einem Waldgebiet mit den anderen Kursteilnehmern. Nach einer kurzen Einführung in das Thema wurde gleich das Gehörte in die Praxis umgesetzt. Mit einem Brustgeschirr, einer langen Leine und Leckerchen ausgestattet waren wir bereit. Die Zielperson hat uns einen Duftartikel von sich, am besten ein direkt am Körper getragenes Kleidungsstück, gegeben. Dann sprach sie Camillo freundlich an, drehte sich um und verschwand um die nächste Wegbiegung, ging noch ein Stück und stellte sich dann hinter einen Baum. Camillo war schon sehr gespannt, denn er wusste nun, diese Person hat seine Leckerchen. Für ihn Grund genug hinterherzulaufen.

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Camillo nimmt die Spur auf!   Vorfreude vor dem nächsten Trail

Mit dem Kommando "Finde die Person!" durfte er in die Tüte mit dem Geruchsartikel riechen und schon konnten wir starten. Schnell lief er los, nach der Wegbiegung durfte ich ihn dann mit dem Wort "Such!" weiter motivieren der Person zu folgen. Dann sah er sie und rannte auf sie zu. Um nicht an der Leine zu rucken, ließ ich diese fallen, denn so schnell konnte ich nicht hinterher laufen. Jetzt wurde er überschwänglich gelobt und bekam seine Leckerchen. Diese Strecke war nicht länger als 100m und auch die nächsten zwei Trails liefen nach diesem Muster ab. Der letzte Trail des Tages wurde dann schon länger und um einen weiteren Winkel erschwert. Innerhalb dieses Tages haben die Hunde verstanden ihre Nase einzusetzen um an die Zielperson mit den Leckerchen zu kommen.

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Camillo sucht die Zielperson   Camillo hat die Zielperson gefunden und wird belohnt

Dieses Seminar hat mir eine neue interessante Beschäftigung für die Spürnase meines Kerry Blue Terriers eröffnet. Ich habe mich einer Trainingsgruppe angeschlossen und zusammen werden wir die Möglichkeiten unserer Hunde entdecken.

Weitere Informationen: Mantrailing-Seminar 28. und 29. Oktober 2017.


Meine Anfänge im Hundesport:
Die Hindernisbahn   Der Dreisprung
Die Hindernisbahn   Der Dreisprung

Nachdem ich erst einmal Hundeplatzluft geschnuppert hatte, machte es mir sehr viel Spaß, Benjamin auszubilden. Nach erfolgreicher Begleithunde-Prüfung (BH) wechselte ich zum Turnierhundesport. Dort muss nicht nur der Hund springen und rennen, nein, auch der Hundeführer ist mit beteiligt und man gewinnt oder verliert zusammen als Team. Das schnellste Team gewinnt.

Der Vierkampf beginnt mit einer Unterordnung, danach folgen ein Dreisprung Slalom und Hindernisbahn, wobei die Laufdisziplinen zweifach absolviert werden. Eine weitere Disziplin ist der Geländelauf, wahlweise 2000m oder 5000m werden mit dem Hund gelaufen. Sie sehen, Turnierhundesport ist etwas für sportliche Hundebesitzer und macht viel Spaß.

Mit Benjamin bin ich viele Jahre erfolgreich auf Turnieren gestartet; mehrmals wurden wir Vereinsmeister. Sogar auf der Südwestdeutschen- und Deutschen Meisterschaft sind wir als Team angetreten. Schutzhundesport, der mittlerweile VPG heißt (Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde)

Unterordnung mit unserem Lakeland Terrier Aik   Training am Helfer
Unterordnung mit unserem Lakeland Terrier Aik   Training am Helfer

Die Ausbildung zum VPG-Hund ist sehr zeitaufwendig und stellt hohe Anforderungen an den Hund. Für den Kerry stellt sie wohl nicht die Sportart Nummer 1 dar. Mit Benjamin ging ich auch zum Schutzhundetraining. Dort war er wegen seiner mangelnden Größe neben Rottweiler, Schäferhund und Co. zwar ein Exot, dies machte er jedoch durch Sprungkraft und Trieb wieder wett.

Arbeit am Mann   Auf der Fährte war er souverän, auch wenn wir beide es nicht besonders angenehm fanden, bei Matsch auf dem Acker zu trainieren. Die Unterordnung lief er freudig, ohne Kadavergehorsam. Der Schutzdienst machte ihm viel Spaß: den Ärmel des Figuranten zu packen und mit ihm darum zu kämpfen, fand er toll. Eben ein Terrier! Auch wenn bei den Prüfungen manch Einer schmunzelte, wenn er uns einlaufen sah, aber unsere Leistung überzeugte auch sie. Wir bestanden mehrmals die SchH I. In dieser Zeit habe ich viel gelernt, besonders, dass nicht alle Hunde nach dem gleichen Schema ausgebildet werden können!
Arbeit am Mann    


Der Hund lernt nicht für die Schule, sondern fürs Leben!
Oder: Hundesport mit dem Kerry Blue Terrier
"Warum soll ich auf den Hundeplatz gehen, ich will meinen Hund ja nicht scharf machen lassen?" So hört man viele Hundebesitzer sagen, spricht man sie auf das Thema Hundeerziehung an. Aber Hundeplatz kann mehr sein als Schutzhundesport, nämlich Spiel und Spaß! Unser kleiner Kerry Blue Terrier Balou (Grando Balou zur Saliergruft) kam mit 10 Wochen in den Kindergarten (Welpenspielgruppe). Dort konnte er mit vielen gleichaltrigen Hunden spielen (Sozialverhalten üben), und wurde mit fremden Dingen und Geräuschen vertraut gemacht. Balou machte dies sehr viel Spaß, besonders das Herumtollen mit Gleichaltrigen. Wie sich die Hunde von Woche zu Woche spielend weiterentwickeln und selbstsicherer werden, ist sehr interessant zu verfolgen. Kleine Übungen bereiteten die Hunde und ihre Besitzer auf die späteren Unterordnungslektionen vor. Durch den Tunnel sausen, unter der flatternden Plane hindurchlaufen, in den Sandkasten voller kleiner Plastikbälle springen, er konnte nicht genug bekommen und nichts konnte ihn erschrecken. Abends fiel er dann in einen tiefen, zufriedenen Schlaf und träumte von seinen Erlebnissen.

Im Alter von 6 Monaten kam er in die Grundschule (Junghundeabteilung), dort konnte er spielend die ersten Übungen wie Sitz, Platz, Abrufen aus dem Platz oder bei Fuß gehen, erlernen. Wir übten fleißig und mit viel Freude! Balou hat sich durch sein Temperament und gutes, schnelles Erlernen der Übungen hervorgetan. Jeder konnte sehen, dass er wie geschaffen war für die Arbeit im Team und nichts ging über ein Spiel mit seinen Hundefreunden nach dem Training.

Aus diesem Grund habe ich mich für einen Kerry entschieden, denn eines wusste ich von Anfang an:
Sport mit dem Hund war mein Ziel.

Die Zeit verging und wir konnten in die nächste Abteilung wechseln. Dort wurden wir speziell auf die verkehrsichere Begleithundeprüfung mit Spiel und Leckerchen vorbereitet. Mit 1 ½ Jahren haben wir mit 58 von 60 möglichen Punkten als Beste die Prüfung bestand, ich war so stolz auf meinen Kerry! Jetzt konnten wir uns ganz auf unser eigentliches Ziel, den Turnierhundesport und Agility, konzentrieren. Das überschäumende Temperament wird in den Trainingseinheiten in die richtigen Bahnen gelenkt, so dass Balou lernt fehlerfrei eine Hindernisbahn in schnellstmöglicher Zeit zu absolvieren. Vor dem Start ist er kaum zu bremsen, so viel Spaß macht ihm das Springen und Rennen mit seinem Frauchen. Auch mir gibt diese intensive Beschäftigung mit meinem Kerry viel, es ist eine Herausforderung, seinen Hund nach seiner Veranlagung zu fördern und so gut wie möglich auszubilden, als Team gut zu arbeiten und auf Turnieren seine Kräfte mit Anderen zu messen.

Aber das Erlernte können wir auch im täglichen Leben anwenden: es ist schon schmeichelhaft, wenn man von Spaziergängern angesprochen wird, weil der Hund auffallend gut erzogen ist, nicht zieht, keine Jogger anbellt oder anderen Hunden nicht aggressiv begegnet. Denn ganz wichtig ist ein rücksichtsvolles Verhalten gegenüber Nichthundebesitzern gerade in Zeiten der Kampfhundehysterie. Sei ein gutes Vorbild!

Eine nettes Erlebnis hatten wir im Urlaub bei einem Spaziergang. Wir kamen an einen breiteren Bach, den wir überqueren mussten. Doch über den Bach führte nur eine Art Behelfsbrücke aus Baumstämmen und Brettern. Wir hätten vorsichtig über diese Brücke klettern können, aber was tun mit unserem Hund? Durch den Bach schwimmen wollte er nicht, Wasser ist nicht sein Element. Die Antwort auf unser vermeintliches Problem gab uns Balou selbst. "Ich bin doch ein Agility-Hund", schien er zu sagen und schnell folgte er uns vorsichtig über die "Brücke". So zeigt es doch einmal wieder: wird der junge Hund behutsam mit den unterschiedlichsten Situationen konfrontiert, so stärkt dies sein Selbstbewußtsein und fördert seine natürliche Intelligenz.

Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass ein Hund, der durch Spaß beim Sport sinnvoll beschäftigt wird, ausgeglichener ist und somit Herrchen und Frauchen viel mehr Freude an Ihrem Vierbeiner haben.

Probieren Sie es auch! Es wird Ihnen (und Ihrem Hund) bestimmt gefallen!

Hundebesitzer, die sich für diesen Sport interessieren oder ihre Erfahrungen austauschen möchten, können sich gerne bei mir melden. Ich würde mich freuen!

Aktuelles

25.01.2019
Kerry-Treffen 2019 - Einladung
Einladung zum Kerry-Treffen 2019, am 22. September 2019, in Ludwigshafen am Rhein. Für alle Kerry Blue Terrier Freunde, nähere Informationen folgen.
 
29.11.2018
Mantrail-Workshop 2018
Am 13. und 14. Oktober trafen wir uns zum 2. Intensiv-wochenende zum Thema Mantrailing. Neun Terrier im Alter von 8 Monaten bis 15 Jahren nahmen daran teil.
 
29.07.2018
Familienzuwachs
Heute möchte ich Euch unser neues Familienmitglied, Oscar, vorstellen. Er wurde am 13.02.18 bei Betty Heider unter dem Zwingernamen "Nordic Blue Friendship Dublin" geboren.